Frühjahrsputz im Herbst: 10 Tipps wie Sie Ihr Google Ads Konto aufräumen

Nicht nur in der eigenen Wohnung ist zum Ende des Jahres gründliches Aufräumen angesagt, sondern auch ein Google Ads (früher: AdWords) Konto benötigt mal einen ordentlichen Frühjahrsputz, egal zu welcher Jahreszeit. Im Laufe der Zeit kann besonders ein größerer Account ziemlich unübersichtlich werden – sei es durch Kampagnentests, viel zu viele Keywords in einer Anzeigengruppe oder durch zu viele Anzeigenvarianten.

Hier geben wir Ihnen ein paar Tipps, um wieder mehr Effizienz und Struktur ins Werbekonto zu bekommen:

1. Kampagneneinstellungen überprüfen

Die Kampagneneinstellungen werden meist zum Kampagnenstart einmal festgelegt, dann aber nicht mehr weiter beachtet. Überprüfen Sie diese deshalb immer mal wieder zwischendurch.

Tipp 1: Überprüfen Sie, ob auch Anzeigen auf Partner Websites im Suchnetzwerk geschaltet werden sollen. Damit erweitern Sie die Anzeigenschaltung auf Nicht Google Websites und auf YouTube.

Tipp 2: Sollte Ihnen nur ein begrenztes Budget zur Verfügung stehen, ist es ratsam die Anzeigenauslieferung auf „Standard“ einzustellen. Dann wird das Budget gleichmäßig über den Tag verteilt. Bei einer Brand Kampagne empfiehlt es sich dagegen die Anzeigenauslieferung auf „Beschleunigt“ einzustellen, damit die Anzeigen immer präsent sind.

Tipp 3: Wenn Sie das Conversion Tracking eingerichtet haben, sollten Sie bei der Gebotsstrategie den auto-optimierenden CPC verwenden. Denn hier kann Google unter Berücksichtigung des eingestellten max. CPC das Gebot bei jeder Auktion nach oben anpassen, wenn eine Conversion wahrscheinlich scheint.

Tipp 4: Bei Conversions von über 30 pro Monat sollten Sie aber auch überlegen, ob Sie die automatische Gebotsstrategie Ziel CPA verwenden. Wenn Sie diese Strategie wählen, werden die Gebote so abgegeben, dass diese im Rahmen des von Ihnen festgelegten Ziel CPA möglichst viele Conversions erzielen, vor allem wenn Ihr Hauptziel Verkäufe, Downloads oder Registrierungen sind. Voraussetzung ist, dass Sie den Ziel-CPA selbst festlegen, also den durchschnittlichen Betrag, den Sie pro Conversion bereit sind zu zahlen.

Ziel CPA Gebotsstrategie

Ziel CPA Gebotsstrategie

2. Keywords überprüfen – Keywordset bereinigen

Sind meine Keywords überhaupt noch auf dem aktuellsten Stand? Besitzen meine Keywords einen guten Qualitätsfaktor? Diese Fragen sollten Sie sich öfter stellen und das Keywordset je Anzeigengruppe daraufhin überprüfen.

Tipp 1: Filtern Sie die Qualitätsfaktoren schlechter als 3 und löschen Sie am besten direkt schon einmal die Keywords mit Qualitätsfaktor 1, denn bei diesen Keywords scheint nichts zu stimmen. Das heißt: Die Anzeigenrelevanz ist unterdurchschnittlich, die voraussichtliche Klickrate ist unterdurchschnittlich und ebenso die Nutzererfahrung mit der Zielseite. Bei Keywords mit Qualitätsfaktoren 3-5 schauen Sie am besten, wie Sie z.B. die Anzeigenrelevanz erhöhen können, indem Sie das TOP Keyword direkt in die Headline der Anzeige setzen und ob die Zielseite ideal ausgewählt wurde oder ob es doch noch eine besser passendere Page gibt.

Tipp 2: Versuchen Sie Longtail Keywords zu verwenden, also Wortkombinationen und mindestens zwei bis drei Begriffen. Dies erhöht auch die Relevanz und die Klickrate.

Longtailkeyword Definition und Erklärung

Tipp 3: Verwenden Sie nicht zu viele verschiedene Keywordoptionen. Es kann zwar auch Geschmacksache sein, welche Keywordoptionen am liebsten verwendet werden, aber unsere Empfehlung ist die Verwendung von exakt Keywords und Broad Match mit Modifier. Durch die exakten Keywords werden genau die Suchbegriffe und ähnliche Varianten abgedeckt, die der User in die Suchmaschine eingibt. Broad Match mit Modifier ist eine Variante zwischen Phrase und Broad Match. Die Keywords sind einerseits weitgefasst, andererseits nicht ganz so weitgefasst, wie ohne Modifier. Durch das Plus vor dem Keyword bzw. den Keywords müssen alle diese gekennzeichneten Keywords in der Suchanfrage enthalten sein, damit eine Anzeigenschaltung erfolgt.

Tipp 4: Pausieren Sie alle Keywords, die mittlerweile nicht mehr relevant / veraltet sind.

Tipp 5: Sind die Anzeigengruppen mittlerweile zu unübersichtlich geworden durch die Menge an Keywords, splitten Sie die Anzeigengruppe weiter auf, sodass sich die Anzahl der Keywords je Anzeigengruppe wieder reduziert.

Eingebuchtes KeywordExact MatchPhrase MatchModifierBroad Match
Tatsächliche Suchanfrage[blaue wildlederschuhe]„blaue wildlederschuhe“+blaue,
+wildlederschuhe
blaue,
wildlederschuhe
blaue wildlederschuhe
blaue wildlederschuhe kaufenX
blaue bequeme wildlederschuheX
wildlederschuhe blauXX
weiße wildlederschuheXXX

3. Ausschließende Keywords verwenden

Das A und O bei der Kampagnenoptimierung sind auszuschließende Keywords. Mit den negativen Keywords wird verhindert, dass Ihre Anzeigen bei irrelevanten Suchanfragen ausgeliefert werden. Dadurch sparen Sie eine Menge Budget ein. Vorsicht: Negative Keywords behandelt Google anders, als aktive Keywords. Achten Sie bei den negativen Keywords auf Tippfehler. Buchen Sie auch negative Keywords mit Tippfehlern ein. Sucht ein User beispielsweise nach „Terassenmöbel“ und Sie haben nur „Terrassenmöbel“ ausgeschlossen, wird Ihre Anzeige trotzdem geschaltet.

4. Optimierung mittels Suchanfragenbericht

Im Suchanfragenbericht können Sie sehen, welche Suchanfragen wirklich vom User in die Suchmaschine eingegeben wurden und dadurch eine Anzeigenschaltung ausgelöst haben. Sie können außerdem sehen, welche Keywords davon schon im Konto eingebucht sind, welche noch nicht vorhanden sind und Sie können Keywords ganz easy ausschließen. Besonders bei der Verwendung von weitgefassten Keywords und großen Kampagnen empfiehlt es sich, den Suchanfragenbericht mindestens einmal pro Woche zu checken und zu bearbeiten bzw. regelmäßig auch den kompletten Suchanfragenbericht z.B. von einem kompletten Jahr anzuschauen. Eventuell sind inzwischen doch wieder Keywords relevant, die ausgeschlossen wurden, oder umgekehrt.

5. Aktualisierung der Anzeigentexte

Möchten Sie eine gute Performance erzielen, benötigen Sie mindestens drei erweiterte Textanzeigen (ETAs) pro Anzeigengruppe. Verwenden Sie weniger Anzeigen, könnte sich das negativ auf die Kampagnenperformance auswirken. Darauf wies Google schon im Sommer 2017 hin, als Google Änderungen an der Anzeigenrotation vornahm. Weiterer Tipp: Schauen Sie ob die aktiven Anzeigentexte / URLs noch aktuell sind. Ersetzen Sie Texte mit der schlechtesten Performance durch neue Anzeigentexte.

6. Kampagnennamen und Strukturierung / Kontostruktur

Neben dem ausschließen von Keywords ist eine übersichtliche Kontostruktur ebenfalls das A und O, wenn AdWords Kampagnen erfolgreich laufen sollen. Nur so können Erfolge gemessen, das Budget optimal verteilt und die einzelnen Kampagnen leichter optimiert werden. Bei einer Kampagne mit nur einer Anzeigengruppe mit hunderten von Keywords und Anzeigen ist es schlichtweg nicht möglich profitable Werbung zu schalten. Hier verliert jeder den Überblick.

Tipp 1: Geben Sie den Kampagnen und Anzeigengruppen aussagekräftige Namen.

Tipp 2: Erstellen Sie verschiedene Anzeigengruppen, anstatt nur eine einzige Anzeigengruppe zu verwenden.

Tipp 3: Splitten Sie eventuell Kampagnen in weitere Kampagnen auf, damit Sie das Tagesbudget besser steuern können.

7. Conversion Tracking Einrichtung / Überprüfung

Ist bei meinen Kampagnen eigentlich das Conversion Tracking eingerichtet? Sobald es nicht mehr rein ums Branding geht, also dass Traffic auf Ihre Webseite kommt, sollten Sie auf jeden Fall Conversion Tracking einrichten. Ansonsten wissen Sie gar nicht, ob Ihre Google Ads Strategie überhaupt aufgeht. Sollten Sie schon Conversion Tracking eingerichtet haben, überprüfen Sie gelegentlich ob das Tracking noch funktioniert. Denn manchmal werden Veränderungen an der Website vorgenommen und auf einmal funktioniert das Tracking nicht mehr und bleibt eventuell unbemerkt.

8. Neue Keywordrecherche durchführen

Eine Keywordrecherche wird meist nur im Vorfeld einer neuen Kampagne erstellt. Es empfiehlt sich aber mindestens einmal pro Jahr eine neue Keywordrecherche mithilfe des Keywords Planners zu machen. Oft identifiziert man dadurch aber auch negative Keywords, die zur Negativkeywordliste hinzugefügt werden können.

Keyword Planer für Keyword-Recherche

9. Anzeigenerweiterungen einrichten / überprüfen

Mit Anzeigenerweiterungen (Ad Extensions), wie Sitelinks oder Callouts können Sie dem User zusätzliche Infos zum Unternehmen bereitstellen und die Anzeige „breiter“ in der Darstellung machen und der Konkurrenz Platz wegnehmen.

Best Practise: Verwenden Sie mindestens drei Anzeigenerweiterungen.

10. Ziele überprüfen und anpassen

Was ist eigentlich das Ziel meiner Kampagne? Ist das Ziel immer noch aktuell? Z.B. Branding, Verkäufe, Leads, wie Newsletter Anmeldungen. Oft sind es eindeutige Ziele. Die angestrebten Ziele sollten Sie immer im Blick haben, um die Kampagnen dahin steuern zu können. Überprüfen Sie also bei Ihrem „Google Ads Großputz“ auch einmal, ob die Ziele noch aktuell sind und ob diese auch erreicht werden können.